Zerr- und Raufspiel

 

 

Um mit dem Hund zu spielen, benötigen Sie nicht viel Platz und auch keine außergewöhnlichen Spielzeuge. Hierfür reicht schon ein alter Socken oder ein Unterhemd, das nicht mehr benötigt wird. In den Gegenstand kann man einen oder mehrere Knoten machen, damit der Hund besser hineinbeißen kann. Außerdem trägt es zur Bindung bei, wenn der Gegenstand den Geruch des Hundeführers trägt und nicht frisch aus der Waschmaschine kommt. Natürlich können dafür auch die eigenen Spielsachen des Hundes, wie Beißkordel oder Beißwurst etc., verwendet werden.

 

Für dieses Spiel benötigt man nicht viel Raum, weshalb es auch in der Wohnung auf engem Raum gut durchführbar ist. Wenn der eigene Hund mit dem Spielzeug gerne flüchtet, nachdem er es erobert hat, ist es anzuraten, den Hund erstmal an der Leine zu halten, auch in der Wohnung. Denn das Ziel ist, dass der Hund mit dem Gegenstand immer wieder zu seinem Spielpartner zurückkommt. Man selbst kann entweder auf dem Boden sitzen, aber auch auf einem Sessel oder Ähnlichem.

 

Zu Beginn wird versucht, dem Hund den Gegenstand schmackhaft zu machen, das heißt, der Gegenstand sollte in beuteähnlichen Bewegungen präsentiert werden. Der Hund sollte das Spielzeug nicht schon beim Hervorholen packen können. Der Reiz des Spielzeugs soll für den Hund immer größer werden, bis er es endlich zu packen bekommt. Dann versucht man mit dem Hund ein gefühlvolles Zerrspiel aufzubauen. Das heißt, einmal zieht der Hundeführer am Gegenstand, dann darf wieder der Hund ziehen. Das Momentum des Stärkeren kann immer wieder wechseln, so dass sich der Hund auch anstrengen muss. Nach einigen Sekunden des Kampfes um den Gegenstand überlässt man ihn dem Hund. Anfänglich wird er sich vom Hundeführer entfernen, um den Gegenstand zu präsentieren.

 

Kommt der Hund nicht von allein wieder zurück, holt man ihn sanft mit der Leine zu sich und versucht den Gegenstand in Ruhe zu erreichen. Dann beginnt das Zerrspiel wieder von vorne.

 

Dieses Spiel kann grundsätzlich solange fortgeführt werden, wie man möchte. Allerdings sollte man darauf achten, das Spiel zu beenden, bevor der Hund die Lust daran verliert.

 

Um das Spiel zu beenden, präsentiert man dem Hund entweder ein Futterstück oder ein anderes Spielzeug seiner Begierde. Eventuell begleitet von einem „Aus“-Kommando, so der Hund es kennt. Lässt der Hund den ursprünglichen Gegenstand aus, entfernt man diesen nicht sofort aus dem Blickfeld, sondern lässt ihn liegen oder nimmt ihn mit der Hand auf und beansprucht ihn mit der Hand für sich. Der Hund sollte lernen, dass nach diesem Abbruchsignal das Spiel beendet ist.

 

Diese Art des Spielens steigert die Bindung des Hundes zum Hundeführer sehr und der Hund lernt dabei, dass der beste Spielpartner der Hundeführer selbst ist.

 

Beim Zerrspiel ist allerdings vor allem bei jungen Hunden darauf zu achten, ob sie sich gerade im Zahnwechsel befinden. Ist das nämlich der Fall, sollte ein Zerrspiel, wenn überhaupt, nur sehr sanft stattfinden, da der Hund dabei Schmerzen in der Zahnregion verspüren kann. So kann ein späteres, oft nicht gewolltes Knautschen entstehen.